Ein Strohflug
Laura Fusconi
Volo di paglia
Fazi
Zusammenfassung
August 1942. Monatelang fiebert Tommaso dem großen Stadtfest entgegen, wo er und Camillo die Zauberer, den Feuerschlucker und die Stände mit dem neuen Spielzeug bewundern können. Zu den beiden Freunden gesellt sich Lia, das hübscheste Mädchen der Klasse, mit der Camillo seine Tage verbringt: Sie springen in Heuballen und jagen sich über die Felder. Doch Lia ist die Tochter von Gerardo Draghi, dem faschistischen Anführer, der mit seiner Schwarzhemdentruppe die Gegend beherrscht und seinen herrschsüchtigen Einfluss selbst innerhalb der Mauern von La Valle, dem Herrenhaus der Familie Draghi, ausübt. Dasselbe Haus, in dem fünfzig Jahre später zwei andere Kinder, Luca und Lidia, in den nun verfallenen Räumen spielen und sich den Monstern ihrer Fantasie und den Geistern stellen, die diese Orte noch immer heimsuchen. Vor der Kulisse der Landschaft von Piacenza mit ihren zarten Farbtönen und archaischen Konturen verweben sich die Geschichten einer vergessenen Vergangenheit und einer Gegenwart, die versucht, ihre Gewalt zu bannen. In „Volo di paglia“ beweist Laura Fusconi einen lyrischen und verspielten Stil, ganz wie die kindlichen Protagonisten, die von den Schatten der Erwachsenenwelt und ihren Geheimnissen heimgesucht werden. Dieser Debütroman zeugt von einer tiefen Auseinandersetzung mit der Kindheit und ihrer Fantasie, die sich in einer feinfühligen und präzisen Sprache widerspiegelt.
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