Eine kleine Odyssee
Daniel Di Schüler
Un’odissea minuta
Baldini & Castoldi
Zusammenfassung
Am Abend des 16. Juni 2004 (exakt hundert Jahre nach dem ursprünglichen Bloomsday) verspürte der Ingenieur Alberto Cappagalli in seinem Haus in Commiserate Ontona eine besondere Inspiration und beschloss, dass dies der richtige Abend sei, um mit dem Schreiben seines Lebensromans zu beginnen. Innerhalb einer Nacht verfasste er zwanzig Seiten und schrieb danach nicht weiter. Diese zwanzig Seiten enthalten jedoch bereits alles, zumindest zeigt uns das sein Schwager Daniele Scolari. Aus diesem kurzen Text entwickelt er die Geschichte von Albertos gesamtem Leben, dem Leben eines Jedermanns aus dem grauen, industrialisierten Nordosten Irlands. Weil jedes Wort im Leben eines Mannes eine spezifische Bedeutung und ein eigenes Vermächtnis hat, und durch ein objektivierendes System der Erzählakkumulation, strukturiert in Notizen, die ein biografisches Glossar bilden, gelangen wir zu Albertos Kindheit (das Verb „infilare“ versetzt ihn beispielsweise in ein altes Wohnzimmer, wo ihn seine noch lebende Großmutter als Kind bittet, den Baumwollfaden durch das Nadelöhr zu fädeln) und seinem unmittelbaren Alltag, der sich zwischen einer übermäßig kultivierten Ehefrau und einer einfachen Pizzeria, einem renovierungsbedürftigen Parkettboden und lange unterdrückten Impulsen abspielt. Kurz gesagt: eine „Minuten-Odyssee“, die uns von den Lastern, Schwächen und kleinen Gemeinheiten erzählt, die wir alle täglich begehen.
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