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Ich wollte dir sagen

Daniele Bresciani

Ti volevo dire

Rizzoli

Zusammenfassung

Manchmal bleiben ihr die Worte im Hals stecken und wollen nicht herauskommen. Viola ist noch ein kleines Mädchen, als sie eines Tages aufsteht und sich anzieht, in der Erwartung, die verschlafene Stimme ihres Vaters zu hören, der sie zur Schule fährt. Doch an diesem Morgen wacht er nicht auf, und etwas in ihr verstummt: selektiver Mutismus, so die Ärzte, und ihre Mutter beschließt, dass es ihr in einem Schweizer Internat, wo sie gut betreut wird, besser gehen wird. Vor ihrer Abreise erhält Viola von Fulvio, einem alten Freund der Familie, ein kostbares Geschenk: einen Stapel Briefe, ein antikes Buch und zwei Tagebücher aus der Vergangenheit ihres Vaters. Einen ganzen Winter lang liest sie in ihrem Zimmer im Internat immer wieder darin. Der Name einer Frau, von der sie noch nie zuvor gehört hat, taucht immer wieder auf: Claire. Ihretwegen war Giacomo Anfang der 1980er-Jahre nach London gezogen, in der Hoffnung, ein neues Leben zu beginnen. Viola versteht nicht, warum sie sich getrennt haben, doch sie spürt, dass hinter dem Ende dieser Beziehung noch etwas anderes steckt: nicht nur ein Geheimnis von Giacomo, sondern vielleicht auch der Schlüssel zu ihrem eigenen Schmerz. In seinem einfühlsamen und tiefgründigen Roman erzählt uns Daniele Bresciani, wie wir alle an einigen Worten festhalten, die wir den Menschen, die wir lieben, nicht anvertrauen können, bis es zu spät ist. Und er zeigt uns, dass die Wahrheit, ob schmerzhaft oder süß, oft verschlungene Wege geht, um uns zu finden.

Bewertungen

Elizabeth Barzelloni

G. Vasco Mondovì Wissenschaftliches Gymnasium, Klasse 5^C

Listen to My Silence

“ ist eine Liebesgeschichte, eine langsam sich entwickelnde Beschreibung der Zuneigung zwischen einem Vater und seiner Tochter, zwei Freunden, einem etwas tollpatschigen Jungen und einer jungen Engländerin.
Viola spricht nicht. Der Tod ihres Vaters brachte sie nicht zum Weinen, aber er raubte ihr die Stimme und hinterließ nur ein paar verblasste Fotos und viele Briefe auf vergilbtem Papier.
In ihrem neuen Internat hat Viola keine anderen Freunde; sie hat nur sich selbst, Leslie, schwarz lackierte Fingernägel und Rock ’n’ Roll, einen aufmerksamen Zuhörer ihrer stillen Geheimnisse.
Die von Daniele Bresciani erzählte Geschichte ist so banal und vorhersehbar, dass sie perfekt zum einfachen Stil und der umgangssprachlichen Sprache passt: eine ununterbrochene Abfolge von Dialogen und Briefen, unterbrochen von nervigen, allzu offensichtlichen und doch impliziten Anspielungen auf andere literarische Werke.
Das Ende, schrecklich vorhersehbar, ist in wenigen Zeilen abgehandelt; es gibt keine Tragödie; Die melodramatische Atmosphäre, die die gesamte Erzählung durchdringt, verfliegt auf der letzten Seite in einem Hauch von Dampf: Auf dem Höhepunkt der Spannung überlässt der Autor seine Figuren ein paar Tintenflecken und verabschiedet sich so von ihnen, mit einer hastigen Zusammenfassung, ohne Betonung oder Pathos.

Elena Bracco

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„Nie mehr sagen zu müssen: Ich wollte es dir sagen“

Worte haben Macht, sie erfüllen unsere Gedanken, selbst wenn sie Wut oder Schmerz herausschreien, wenn sie enttäuschen oder täuschen. Sie sind eine Folge von Lauten mit vielfältigen Bedeutungen, für manche wie Blätter im Wind, für andere wie Diamanten. Oft drücken unsere Gesten viel mehr aus als Worte und helfen uns, wenn uns die Worte im Halse stecken bleiben. Doch die unausgesprochenen Worte sind immer die wahrsten, die am schwersten auszusprechenden, die, die einen zermürben, die einen innerlich zerreißen: Sie wüten, sie treten auf, wie die Szenen eines Theaterstücks aus den Seiten eines Buches hervorbrechen.
Das ist es, was Viola, die Protagonistin des Romans, uns verständlich und tiefer erfahrbar gemacht hat. Aufgewachsen unter schwierigen Umständen, aufgrund des frühen Todes ihres Vaters, muss sie sich dem Trauma des selektiven Mutismus stellen. Giacomo war zeitlebens, vielleicht aus Angst, nicht in der Lage, die Kluft zwischen Vater und Tochter zu überbrücken. Er ließ die Zeit unaufhaltsam verstreichen, bis zum Schluss, und verpasste so den Augenblick, das Wesentliche des Augenblicks, was ihm die emotionale Verbindung zu seiner Tochter raubte. Von ihrer Mutter in der Hoffnung, ihr Problem zu lösen, auf ein Schweizer Internat geschickt, erfährt Viola dank eines Familienfreundes, der ihr zahlreiche Briefe und Tagebücher anvertraut, mehr über ihren Vater und die Geheimnisse, die er ihr nie anvertraut hat – vielleicht die Heilung für seinen Schmerz.
Ich fand die Idee des Autors, zwei parallel verlaufende Geschichten zu erzählen, die trotz unterschiedlicher Charaktere und Epochen eng miteinander verbunden sind, sehr gelungen.
Mit einem schlichten und geradlinigen Stil, der in der Einleitung langsamer und mitunter monoton wirkt, im zweiten Teil aber flüssiger und fesselnder wird, hat der Autor ein Thema mutig aufgegriffen, das heute sowohl aktuell als auch oft übersehen ist. Der Mangel an Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist in der Tat eine immer häufiger auftretende Realität, die das Leben verkompliziert und aus der wir uns befreien müssen.
„Aber die Wahrheit ist, dass Kinder nie so sind, wie wir sie gerne hätten; wir versuchen, sie nach unserem Bild zu formen, anstatt sie einfach leben zu lassen. Wir füllen sie mit Dingen, mit Gegenständen, um die Leere in ihrem Geist und ihrer Leidenschaft zu füllen. Und – ich spreche natürlich für mich selbst – wir bieten ihnen selten den wahrhaftigsten und ehrlichsten Teil von uns selbst an.“

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