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Teresa der Orakel

Arianna Cecconi

Teresa degli oracoli

Feltrinelli

Zusammenfassung

Teresa hütete stets ein Geheimnis, dessen alleinige Hüterin sie nun ist. Sie ist alt, stur, und als sie spürt, dass ihr Verstand und ihr Gedächtnis nachlassen, beschließt sie, das, was sie ihr Leben lang verborgen gehalten hat, nicht zu gefährden. So legt sie sich eines Abends ins Bett und steht nie wieder auf: Zehn Jahre lang starrte sie still und regungslos in das, was andere Leere nannten und was sie zu deuten gelernt hatte. Ihre Familie jedoch stellt das Bett hartnäckig mitten ins Wohnzimmer und ins pulsierende Leben des Hauses, das ganz von Frauen geprägt ist: Neben Teresa leben dort ihre Töchter Irene und Flora, ihre Cousine Rusì, die peruanische Pflegerin Pilar und ihre Enkelin Nina. Sie ist es, die ihre Geschichte erzählt, die damit beginnt, dass ihre Großmutter im Sterben liegt und die fünf Frauen sich um sie versammeln, um an ihr zu wachen. Bevor Teresa aufbricht, gibt sie ihnen vier Orakel mit auf den Weg: eines, das der Wind trägt (wie jenes, das Odysseus den Weg nach Hause wies), eines, das auf ihre Haut geschrieben ist (wie es der Überlieferung nach Epimenides widerfuhr), eines aus Nebel und Poesie (wie in Gegenwart der Pythia von Delphi), und eines, das sich in einen Blitz verwandelt (nach der Überlieferung der Erythräischen Sibylle). Diese Orakel lösen den Knoten, der ihr Leben blockiert, und befreien sie von Angst, Schuldgefühlen, der Vergangenheit und der Unfähigkeit, ihrer Zukunft ins Auge zu sehen. Und indem sie ihr Leben befreit, befreit sich Teresa schließlich auch selbst.

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