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Emanuela Anechoum

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Zusammenfassung

Ein brillantes Buch, in dem die Entwurzelung von Kindern auf die ihrer Väter trifft, das Dasein als „Expat“ auf das als „Migrant“ trifft und die Grenzen von Hautfarbe, Schönheit und vermeintlicher Korrektheit und moralischer Überlegenheit als das entlarvt werden, was sie sind: Ausdruck von Willkür, Geschick und Glück, auf der richtigen Seite eines mit dem Finger zeigenden Blicks zu stehen. Mina ist dreißig Jahre alt und führt ein Leben in London, das sie mit großer Sorgfalt und wenig Spontaneität gestaltet hat, in dem verzweifelten Versuch, sich endlich „richtig“ zu fühlen. Eines Abends erhält sie einen Anruf von ihrer Mutter: Ihr Vater ist gestorben. Mina kehrt zur Beerdigung nach Hause zurück, bleibt aber schließlich lange. Ihr Zuhause liegt am Rande einer Küstenstadt, wo ihr Vater eine kleine Strandbar betrieb, die hauptsächlich von Einwanderern besucht wurde. Mit dieser Bar hatte Omar versucht, einen Treffpunkt für all jene zu schaffen, die sich in diesem neuen Land nicht willkommen fühlten. An diesem seltsamen Ort, an dem niemand zu gehören scheint, wo Menschen allzu oft wie Geister erscheinen, die vorüberziehen und verschwinden, entdeckt Mina Familie, Freunde und vor allem die Erinnerungen an ihren Vater wieder, jenen mythischen, schwer fassbaren, ewigen Migranten mit einer geheimnisvollen Vergangenheit in Marokko. In diesem sinnlichen und zuweilen fast metaphysischen Abenteuer erkennt Mina, dass ihre Wurzeln nur ein flüchtiger Traum sind, die Sehnsucht, uns in einer gemeinsamen Geschichte wiederzufinden, in einer tiefen Zuneigung, die uns zumindest für einen Moment die Grausamkeit der Welt und die Wunden der Verlassenheit vergessen lässt.

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