Wenn er morgen kommt
Zusammenfassung
„Seit ein paar Tagen herrscht reges Treiben im Haus. Telefonate, die Türklingel, ständig kommen und gehen Leute.“ So beginnt der ungewöhnliche Tag des Protagonisten von „Wenn morgen kommt“. Ungewöhnlich deshalb, weil er an diesem Tag, indem er kleine Details zusammensetzt und flüchtige Worte anderer aufschnappt, seinen Zustand erkennt. Seine Tochter wirkte noch nie so erwachsen wie heute; man kann sogar erahnen, wie sich ihre Brüste unter seinem Hemd abzeichnen. Aber die Zeit vergeht wie im Flug, Kinder wachsen vor den eigenen Augen, ohne dass man es merkt … und seine Frau, warum kommt sie nicht? Und dann war da noch Bepi, der zu Besuch kam, so langweilig wie eine chronische Krankheit mit seinem immergleichen Gerede. Hoffentlich war er nicht beleidigt, denn diesmal nickte er mitten im Satz ein und muss lange geschlafen haben, denn als er aufwachte, war Bepi verschwunden. Dann, plötzlich, dämmert es ihm, ein Schauer durchfährt ihn wie ein nicht mehr spürbarer Schauer: Ein Ereignis (ein Unfall? ein Schlaganfall?) hat ihn ans Bett gefesselt und ihm jegliche körperliche Empfindung, selbst den Schmerz, geraubt. Gefangener seines Körpers, schweifen die Gedanken des Protagonisten umher, steigen empor und kehren dann zum Kern der großen Dilemmata von Existenz und Nichtexistenz zurück, die, aus dieser Perspektive betrachtet, eine Konsequenz und Ernsthaftigkeit annehmen, die den Leser zwingt, jeden Glauben zu hinterfragen.
Partner
in Zusammenarbeit mit
mit Unterstützung von