Nachtporträt
Nicholas Lecca
Ritratto notturno
Marsilio
Zusammenfassung
Anne-Rose D., eine Dichterin feiner Verse, steht mit ihren abgenutzten Koffern am Pariser Flughafen: Sie kehrt von einer „verbotenen Reise“ zurück und sehnt sich danach, wieder in der Rue du Bac, ihrem Zuhause, zu sein. Jahre später durchstreift Maurice Bruant die Räume dieser Wohnung mit ihren Wänden, die „weder weiß noch vollkommen glatt“ sind, und Büchern, die sich an jeder Wand stapeln: Zwischen den Papieren findet er Anne-Roses „verrückte Autobiografie“, ein Tagebuch, dessen Seiten das gesamte Leben ihres ehemaligen Geliebten, ihre Einsamkeit, den Schmerz der Kindheit, die durch einen absurden Gewaltakt verlorene Leidenschaft, die nie wiedergefundene Liebe enthalten. Ein Leben, geprägt von Unbehagen und Illusionen, der Traum von einer Reise, die zur Obsession wird, der Ärger über die kalte Vulgarität der Welt um sie herum. Jene Welt, die durch die Straßen von Paris pulsiert, wo Anne-Rose weiterhin lebt und sich wie eine „Touristin“, eine Außenseiterin fühlt, fast so, als wollten die Menschen sie „für all ihre Verse tadeln“.
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