Versteckte Wörter
Arianna Montanari
Parole nascoste
Mondadori
Zusammenfassung
Jede Familie ist ein Planet, beherrscht von ebenso präzisen wie geheimnisvollen Gesetzen. Die Sonne dieser Familie ist der Vater, eine dunkle, rebellische Sonne, doch wenn er sich hingibt, strahlt er eine unvergleichliche Wärme aus. Melancholie, Alkoholismus, Depression, Krankheit sind die beängstigenden und unerwarteten Finsternisse, die Fesseln, die uns in unserer Bewegung hemmen, die unaussprechlichen Worte. Worte, denen die Tochter, nun erwachsen, in den Labyrinthen ihrer Erinnerung nachgeht und die sie wiederfindet. Denn im Akt des Erzählens, im Benennen dessen, was stets verschwiegen, verborgen war, liegt ein kathartisches Potenzial, die Möglichkeit, das Giftige in der Nahrung, die uns erzogen hat, abzulehnen. Ohne Groll, denn „es gibt kein Unrecht, und in diesem Akt des Schreibens steckt so viel von meinem Vater und von dem, was hätte sein können, weil die unausgesprochenen Worte der zum Schweigen gebrachten Männer in den Stimmen der Töchter widerhallen, die sich nicht länger schämen.“ Die Autorin stellt wirkungsvoll die Perspektive ihres kindlichen Ichs – das nur eine unvollständige Sicht der Dinge hat und das Geschehen um sich herum nur durch einen kindlichen und später jugendlichen Filter interpretieren kann – der Perspektive der erwachsenen Frau gegenüber, die das Geheimnis, das unsere Eltern oft bleiben, rekonstruiert, verstanden und reflektiert hat und schließlich akzeptiert hat.
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