Paris ist ein Wunsch
Andrea Inglese
Parigi è un desiderio
Brücke zu den Grazien
Zusammenfassung
Seit seiner Kindheit träumt Andy von Paris: dem Ort, wo die „Gewohnheiten“, die unerbittlichen Tyrannen seines Mailands, endlich besiegt werden können; dem Ort, wo Literatur greifbar wird, begegnet man ihr in überfüllten Zweizimmerwohnungen oder an Café-Tischen; und dem Ort, wo die Pariserinnen leben. Doch jugendliche Mythen sind ihrem Wesen nach zum Zerfallen verurteilt, und vielleicht liegt es gerade in der daraus resultierenden Orientierungslosigkeit, dass man eine Art „Reife“ erlangen kann, die Akzeptanz der Orientierungslosigkeit selbst, den Aufbau realer und daher ungewisser Beziehungen zu Orten und Menschen. Der Erzähler dieses Romans präsentiert sich unerbittlich in der Ich-Perspektive, und seine ständigen, rastlosen Grübeleien über sich selbst, über seine Beziehung zu einer Stadt, über Liebesgeschichten, die beginnen, enden oder einfach nur eingebildet sind – diese Reflexionen, zugleich klar und geisterhaft, berühren mit großer Leichtigkeit die tiefsten Saiten des Daseins, jene, die mit grundlegenden Zuneigungen und unseren intimsten Sehnsüchten nach Glück verbunden sind. Sein Schreiben ist stets angespannt, perkussiv und rational, fähig, mit unglaublicher Kohärenz zwischen pikaresken Abenteuern und scharfsinnigen Argumentationen zu wechseln, immer durchzogen von der Ironie eines Menschen, der die komische Sinnlosigkeit der Dinge und die nie ganz klare, nie ganz authentische Natur des Menschen anerkennt.
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