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Weißes Meer

Claudio Giunta

Mar Bianco

Mondadori

Zusammenfassung

Zuerst sieht man einen länglichen, schwärzlichen Fleck, der sich bewegt. Man muss ein paar Sekunden warten: ein weißer Blitz, ein Wackeln der Kamera, und das Bild wird schärfer.“ Der Fleck ist eine lange Reihe von Gefangenen, bewacht von einer Gruppe bewaffneter Wachen; die Aufnahmen stammen aus einer Dokumentation aus den 1920er-Jahren über eines der ersten sowjetischen Gulags auf den Solowezki-Inseln, einem Archipel im Weißen Meer in Nordrussland. Ein Jahrhundert später reisen drei Florentiner Freunde – nicht mehr jung, aber noch nicht wirklich erwachsen – zu den Solowezki-Inseln, um an der Restaurierung eines alten orthodoxen Klosters mitzuarbeiten. Wenige Tage später verschwinden sie spurlos. Während die Polizei den Fall als Unfall abtut, beschließt der freiberufliche Journalist Alessandro Capace, nach ihnen zu suchen. Capace ist ein 36-jähriger „brillanter Versager“, der ebenfalls in Florenz lebt, „dieser Provinzstadt, die kiloweise an internationale Touristen verkauft wird, diesem Trödelmarkt unter freiem Himmel, diesem wasserlosen Venedig, diesem Vergnügungspark, der auf amerikanische Teenager in Flip-Flops zugeschnitten ist, diesem Renaissance-Cancún, wo man immer den Eindruck hat, dass außer den Kellnern niemand wirklich arbeitet.“ Seine Artikel und seine Hartnäckigkeit werden die Erinnerung am Leben erhalten. Das Mysterium Das Verschwinden der drei Freunde erregt Aufsehen. Wohin sind sie verschwunden? Sind sie weggelaufen oder wurden sie von jemandem zum Verschwinden gebracht? Und in beiden Fällen: Warum? Sind sie wirklich Freunde, wie man nach jahrelangem Zusammenleben seit der Schulzeit annehmen könnte?

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