Der Gambusia-Teich
Enrico Unterholzner
Lo stagno delle gambusie
Nullmeridian
Zusammenfassung
Jeder begegnet seinem Schicksal auf seine Weise. Jeremias Weg mag seltsam erscheinen. Doch was kümmert ihn das voreilige Urteil jener, die sich für rational halten und dann ihr Horoskop konsultieren? Ihm ist wichtig, seine beiden geliebten Lebensgefährten vor den lauernden Gefahren zu schützen. Er würde alles tun, um sie in seiner Nähe zu halten, sie zu wiegen. Manche kommen von der Arbeit zurück und finden leere, stille Zimmer vor; er nicht. Sie sind wie aus dem Nichts in sein Haus gekommen, wie ein wundersames Geschenk. Und nun lachen sie, lassen sich streicheln, vertrauen ihm an. Rituale sind nötig, ungeniert gefeiert, um Fremde fernzuhalten. Denn seine wunderschönen, zerbrechlichen Gefährten sind hilflos. Wie neugeborene Schmetterlinge, wie frisch erblühte Blumen, wie launische Feen, die sich an ihn klammern, Beschützer und Geliebter. Enrico Unterholzners Feder ist das feine Instrument, um das Unerklärliche zu erklären. Anmutig, fantasievoll, sanft ironisch. Ihre Art, die Luft zu beleben, ist calvino-esk, bis die kleinen Dinge anfangen, Geschichten zu erzählen, Wahrheiten über die menschliche Zerbrechlichkeit hervorzubringen, die uns alle vereint, und uns zwingen, uns selbst in den Geheimnissen zu erkennen, die wir eifersüchtig hinter unseren Türen hüten.
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