Das Unvollkommene
Carmela Scotti
L’imperfetta
Garzanti
Zusammenfassung
Für Catena war die Nacht immer ein besonderer Zufluchtsort. Ein Zufluchtsort in den Armen ihres Vaters, wo sie gemeinsam die Sternbilder am Himmel zeichneten, die Namen der fernsten Sterne und Heilkräuter lernten und Bücher voller fantastischer Geschichten lasen. Doch seit dem Tod ihres Vaters weiß Catena, dass die Nacht auch beängstigend sein und dunkle Schatten bergen kann. Den Schatten der Hände ihrer Mutter, die sie zur Feldarbeit zwingen und sie vom Lesen abhalten, den Schatten der eisigen, unruhigen Augen ihres Onkels, die sie in die entlegensten Winkel des Hauses verfolgen. Ihre Schwestern scheinen sie nicht mehr wahrzunehmen; sie ist nun die unvollkommene Tochter, und die Erinnerung an die Wärme ihres Vaters reicht nicht aus, um die Kälte in ihren Knochen zu lindern. Catena ist erst fünfzehn, als sie beschließt, keine Angst mehr haben zu wollen. Und die letzte Nacht in ihrem alten Haus ist rot von Rache. Dann flieht sie in den Wald, wo sie nur in der Gesellschaft ihrer geliebten Bücher Schutz sucht. Dank ihnen und den Lehren ihres Vaters gelingt es Catena, im Wald zu überleben. Doch in ihrem Zufluchtsort, einem Himmel aus Blättern und verschlungenen Zweigen, ist das Mädchen noch nicht in Sicherheit. Sie wird gesucht, und um sich selbst zu retten, muss Catena ihr Leben neu gestalten – das Leben eines kleinen Mädchens, das viel zu schnell erwachsen werden musste, aber dennoch lieben kann, mit einer Liebe, die vielleicht unvollkommen, aber stark wie der Wind ist.
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