Das Echo eines Schusses
Massimo Zamboni
L’eco di uno sparo
Einaudi
Zusammenfassung
Am 29. Februar 1944 wurde Ulisse, ein Mitglied und Leiter einer faschistischen Einheit, von den Patriotischen Aktionsgruppen (GAP) getötet. Wenige Monate zuvor waren die sieben Brüder Cervi von den Faschisten erschossen worden. Am 16. März 1961, siebzehn Jahre später, wurde das GAP-Mitglied Soragni, bekannt unter seinem Kampfnamen Muso, Opfer des lange schwelenden Hasses eines Mitstreiters und Freundes, der mit ihm für Ulisses Ermordung mitverantwortlich war. Geschichte verläuft nur dann linear, wenn wir sie so erzählen wollen, doch die Ereignisse entfalten sich in einer Reihenfolge, die, wenn sie uns persönlich betrifft, nicht unbedingt chronologisch ist. Dies gilt für all jene, die die Gründe für Blutvergießen verstehen wollen, wenn sich das Blut der Unterdrücker mit dem der Unterdrückten vermischt. Und die Nachwirkungen dieser Schüsse begleiten Massimo Zamboni auf seiner Untersuchung über zwei Jahrhunderte hinweg, um eine Geschichte zu rekonstruieren, die ihn zutiefst berührt, auch wenn sie ihm stets vorenthalten wurde. „Von meinem Großvater besaß ich nur zwei Dinge: seinen Namen, Ulisse, den ich als meinen zweiten trage und den ich immer als Eindringling, als unbekannten Teil von mir selbst, betrachten musste; und eine Jacke aus grobem Wollstoff, die schwarze, grobe Wolle seiner autarken Uniform. Sonst nichts, vor diesem Buch.“ Diese Nachforschungen führen ihn in die Archive, wo er den Staub einatmet und versucht, die feindselige Handschrift der Kirchenbücher zu entziffern; sie führen ihn in die Hügel von Reggio, um die Überlebenden zu befragen; sie führen ihn zum Grab der Cervi-Brüder – sieben, wie die sieben B*-Brüder, jener wohlhabenden Familie, der sein Urgroßvater Massimo angehörte.
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