Die langen Nächte der Anna Alrutz
Ilva Fabiani
Le lunghe notti di Anna Alrutz
Feltrinelli
Zusammenfassung
Fast siebzig Jahre nach ihrem Tod ist Anna Alrutz, die zu Lebzeiten eine Braune Schwester, eine von Hitlers spezialisierten Krankenschwestern, war, nur noch ein Schatten ihrer selbst, eine körperlose Stimme, die Bruchstücke ihres kurzen Lebens immer wieder durchlebt. Als ältestes Kind einer wohlhabenden bürgerlichen Familie – ihr Vater war Arzt, ihre Mutter elegant und kultiviert, aber gesundheitlich angeschlagen – genoss Anna eine glückliche Kindheit. Aufgrund der chronischen Lungenerkrankung ihrer Mutter und Schwester verbrachte die Familie Alrutz jeden Sommer im gleichen lieblichen Kurort Bad Salzgitter. Dort lernte Anna Helene, ihre lebenslange Freundin, und Pastor Rudinski, ihre erste unerfüllte Liebe, kennen. Doch Bad Salzgitter war auch der Ort, an dem sich ihr ungewöhnlich starker, von Ordnung und Disziplin geprägter Charakter formte. 1927, nach dem Tod ihrer Schwester, verließ Anna gegen den Willen ihrer Familie das Medizinstudium, um sich an der neu gegründeten Krankenpflegeschule einzuschreiben und Braune Schwester zu werden. Von ihrem ehemaligen Professor, dem Gynäkologen Hartmann, nach Göttingen zurückbeordert, wird sie seine persönliche Assistentin und führt mit ihm eine von Hitler angeordnete, ganz besondere Aufgabe aus: die Sterilisation möglichst vieler Frauen, um die zukünftige arische Rasse zu „reinigen“. Anna glaubt an Ordnung und das damit verbundene gesellschaftliche Wohlergehen, doch als ihre Freundin Helene in die Klinik eingeliefert wird, öffnet sie die Augen und sieht plötzlich das Grauen.
Partner
in Zusammenarbeit mit
mit Unterstützung von