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Die Märchen des Kommunismus

Anita Likmeta

Le favole del comunismo

Marsilio

Die Märchen des Kommunismus

Zusammenfassung

Das Land der Adler ist das glücklichste Land von allen. Obwohl es kein fließendes Wasser gibt, obwohl es mehr Bunker als Kühe gibt, obwohl Aris Mutter sie bei ihren Großeltern zurückließ, weil sie zu jung zum Arbeiten schwanger wurde, und obwohl der Fall der Berliner Mauer nicht das sofortige Ende der Diktatur bedeutete: Im Land der Adler herrschten nur Chaos, Mord und Männer mit vermummten Gesichtern. Natürlich flohen nach dem Fall der Berliner Mauer viele nach Italien, ans gegenüberliegende Ufer des Landes der Adler, das glücklichste von allen. Aber Ari und ihre Großeltern blieben. Ihre Großeltern fühlten sich zu alt zum Weggehen, und so wartete Ari auf ihre Mutter – die mit allen anderen auf demselben Schiff abgereist war –, die sie abholen sollte. Es gibt zwei Aris in diesem Roman: die kleine Ari, die in den 1980er- und 1990er-Jahren in Albanien lebt und keine Schuhe hat, weil Schuhe nicht abgenutzt werden sollen, also geht man barfuß; Die andere ist eine junge Frau, die unzählige Schuhe und fließendes Wasser besitzt und nun mitten in Mailand in einer eleganten Wohnung lebt. Sie verbringt Stunden unter der Dusche, weil Bio-Shampoos nicht genug schäumen. Die beiden ähneln sich, teils weil sie schön sind – Schönheit ist ja bekanntlich Geschmackssache –, teils weil sie ein und dieselbe Ari sind.

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