Maries Bouclier
Marie Rebour
Le bouclier de Marie
Philippe Rey
Zusammenfassung
Eine intime und eindringliche Schilderung, die die Mechanismen der traumatischen Amnesie im Kontext der sexuellen Gewalt, die Marie im Alter von sechs Jahren durch einen Cousin erlitt, detailliert beschreibt. Sofort setzt ein Abwehrmechanismus ein – das totale Vergessen. Doch es gibt hier einen psychologischen Schutzmechanismus, der sie vor einer Strafe bewahrt: Sie darf keine Menschen mehr berühren, noch darf sie berührt werden. Keine Kontaktsportarten. Nicht zu viel Lärm, nicht zu viel von der Welt. Nähere dich nicht den Jungen. Sie beißt sich die Zähne zusammen, ganz bei Sinnen. Bis zu dem Tag, an dem der Schutzmechanismus bricht. Dann ist es so, als ob sie alles vergessen hätte. Sie ist seit siebenundzwanzig Jahren dabei. Marie Rebours Schutzmechanismus ist eine einzige Autobiografie, in der sie viele ihrer Verbrechen schildert – und deren Folgen im Nachhinein. Indem sie das Phänomen der traumatischen Amnesie beschreibt, leistet Marie Rebour einen wesentlichen Beitrag zur Debatte über Inzest und Gewalt. Am beliebtesten ist jedoch dieser reine und direkte Stil, ganz ohne Skandalgedanken; hier wird ein außergewöhnlicher Moment der Literatur, Würde und Schönheit geschaffen.
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