Der andere Durst
Alice Torriani
L’altra sete
Fandango
Zusammenfassung
Sie heißt Alice. Sie ist 27. Man hat sie in einer Klinik untergebracht, die den beruhigenden Namen „Heim“ trägt, aber sie kann nicht sagen, wie lange sie schon dort ist. Sie sehnt sich verzweifelt nach Luca. Luca riecht gut, Luca hält sie an den Hüften, Luca lacht. Aber sie sieht nur die eisigen Augen ihrer Mutter. Und die bohrenden Augen ihrer Therapeutin, die unaufhörlich Fragen stellt. Denn Diabetes, so wiederholen die Ärzte, ist keine Krankheit, sondern ein Zustand. Man muss lernen, die Symptome zu erkennen, bereit zu sein, sich zu pieksen, den kleinen schwarzen Stift des Blutzuckermessgeräts wie eine Pistole zu laden und zu drücken. Es zu akzeptieren, wie eine Blutsverwandtschaft. Alice weiß nicht, wie man sich in ihrem Alter an den Gedanken gewöhnen soll, nicht genug Insulin zu produzieren, denn zuerst muss sie Lucas Abwesenheit verkraften – Luca im Auto, Luca, der früher gefahren ist –, um zu verstehen, wie man mit einem Mangel lebt, der unweigerlich zur Sucht wird. In ihrem Roman, der die apathische Hektik einer Generation schildert, die ihre Träume bereits begraben hat, erfindet Alice Torriani ein Alphabet, um von Verlust und Heilung zu erzählen. „Der andere Durst“ ist eine Geschichte über uns selbst, über brennende Liebe und über all die Dämonen unserer Zeit, die in uns brodeln und manchmal furchterregender sind als eine Krankheit.
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