Leben in Friedenszeiten
Francesco Pecoraro
La vita in tempo di pace
Brücke zu den Grazien
Zusammenfassung
Der Ingenieur Ivo Brandani hat immer in Friedenszeiten gelebt. Zu Beginn des Buches, am 29. Mai 2015, ist Ivo 69 Jahre alt, desillusioniert, wütend und krankhaft ans Leben gebunden. Er arbeitet für einen multinationalen Konzern an einem geheimen und beunruhigenden Projekt: der Rekonstruktion des Korallenriffs im Roten Meer mit synthetischen Materialien; das natürliche Riff stirbt an der Luftverschmutzung. In der verträumten Zwischenwelt einer Rückreise aus Ägypten rekonstruiert er die verschiedenen Phasen seines Lebens in der unteren Mittelschicht: die tiefe Dekadenz der 2000er-Jahre, die Missstände und Heucheleien eines Landes, das von Unterwürfigkeit und Bürokratie erdrückt wird, den illusorischen Traum von einem unberührten und unbestechlichen Ort, der Ägäis. Und dann, noch weiter zurück in der Zeit, die Studentenproteste der 1960er-Jahre, die Entdeckung von Liebe und Sexualität, bis hin zur barbarischen Nachkriegswelt, in der Brandani die Albträume und Herausforderungen seiner frühen Kindheit erlebte. Chirurgisch präzise und reißend, ausschweifend und fesselnd erzählt „Life in Peacetime“ aus der Perspektive eines klarsichtigen Antihelden die Geschichte unseres Landes und die Widersprüche unserer Bourgeoisie: ihre Schwächen, ihre Bestrebungen, ihre Impulse und ihren Schmutz, wozu wir uns selbst getäuscht haben und was wir am Ende wider Willen geworden sind.
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