Das Wort ist stumm
Sabrina Giarratana
La parola muta
Perrone
Zusammenfassung
Irenes Leben war seit ihrer Geburt von Worten geprägt und bestimmt: Zuerst war da Stille, Ruhe, ein undefinierter Raum, in dem alles fließend und namenlos war. Dann kamen die Worte: die richtigen und die falschen, die, die Menschen verbinden, und die, die sie trennen; die Worte der Stimme ihrer Mutter, die ihr ein Wiegenlied auf Niederländisch sang, und die harten Worte der Streitereien; die Worte des Schreibens, das für Irene immer eine Notwendigkeit, ein Beweis ihrer Existenz war. Doch an dem Tag, als ihr Bruder Giovanni erkrankt, hört Irene auf zu schreiben. Die Krankheit markiert den Beginn einer langen Zeit, in der sich ihr die Worte plötzlich in all ihrer Ohnmacht und Unzulänglichkeit offenbaren. Während Giovannis Krankheit einerseits zu einem ständigen Gedanken wird und seine Genesung zum einzigen Ziel, das sie verfolgt, andererseits bereiten ihr die Beziehungen zu ihren Geschwistern und ihrer Mutter die größten Sorgen. Irene ringt mit einer Geschichte von Gewalt und familiärem Schweigen, mit einer Vergangenheit, die tiefe Wunden in uns allen hinterlassen hat, die vielleicht nie heilen werden. Wir entdecken dann, dass Worte alle Bedeutungen des Lebens umfassen: Sie können schweigen, oder sie können ein Stummfilm sein, den wir tragen, um unsere absolute Zerbrechlichkeit vor anderen zu verbergen, aber sie können uns auch vor dem bewahren, was wir gewesen sind, und uns bei unserer Transformation im Laufe der Zeit begleiten.
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