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Schlaflosigkeit

Ludovica Cicala

Insomnia

Centauria

Zusammenfassung

EVOs: eine neue Stufe der menschlichen Evolution. Sie sind jung, schön und besitzen außergewöhnliche Kräfte. Und sie töten. Melissas Familie wurde bereits von diesen „Monstern“ ausgelöscht. Könnte es nun sie treffen? Leider ja. Eines Morgens, mit achtzehn, wird in einem Schulflur ihre schlummernde Kraft entfesselt, und ihr Traum von einem normalen Leben zerbricht. Eingesperrt in einem Krankenhaus, einer Einrichtung, in der EVOs getrennt vom Rest der Menschheit leben, um überwacht und erforscht zu werden, entdeckt Melissa eine Parallelwelt, die zwar verstörend ist, aber zumindest einen Vorteil hat: Sie ist bevölkert von Kindern wie ihr, jedes mit seinen eigenen, einzigartigen Eigenschaften und Ängsten. Eine Gruppe von Freunden, fast wie alle anderen … Doch als Byron J. King, einer der mächtigsten – und attraktivsten – EVOs der Welt, aus Berlin verlegt wird, sieht sich Melissa mit unbeantworteten Fragen und namenlosen Gefahren konfrontiert, darunter auch der, die in ihrem eigenen Inneren lauert. Im Krankenhaus ist nichts so, wie es scheint, und wer zu neugierig ist, riskiert sein Leben … oder das, was davon noch übrig ist. In einem nächtlichen, unerwarteten Parallel-London nimmt uns diese Geschichte von Schrecken und Erlösung mit auf eine Achterbahnfahrt voller Flucht, Anziehung, Täuschung, Hass und Loyalität. Mit dem Rot des Blutes und dem Gold der Freundschaft erzählt Ludovica Cicala anhand der miteinander verwobenen Abenteuer von Melissa, Byron und ihrer Clique eine großartige, die kraftvollste von allen: eine Geschichte über den Kampf, die Sehnsucht und das Bedürfnis, anders zu sein.

Bewertungen

Noemi Orsi

Vasco-Beccaria-Gymnasium, Govone, Mondovì, 3. Wissenschaftliches Jahr

Ab diesem Jahr sollten alle Bewohner dieses elenden Planeten vorsichtig sein, wenn sie an Schlaflosigkeit leiden; innerhalb weniger Jahre könnten sie sich in eine unkontrollierte Tötungsmaschine verwandeln.
Genau das passiert Melissa, der siebzehnjährigen Protagonistin von „Schlaflosigkeit“, dem Debütroman der Debütautorin Ludovica Cicala. Ihre Vergangenheit wurde von sogenannten EVOs, Wesen einer neuen Evolutionsstufe der Menschheit mit übernatürlichen Kräften, zerstört. Sie lebt unter den überfürsorglichen Fittichen ihrer Mutter, bis sie gegen ihren Willen gezwungen wird, ihr eigenes Leben aufzugeben und in die Welt derselben Monster einzutauchen, die ihre Familie halbiert haben. Auf ihrem Abenteuer mit einigen von ihnen erkennt sie, dass anders sein nicht gleichbedeutend mit falsch sein ist.
Ludovica Cicala bietet ihren Lesern einen dicken Wälzer mit stolzen fünfhundert Seiten und fünfundfünfzig Kapiteln voller Abenteuer, Geheimnisse und Intrigen – und dazu noch eine Prise Schabernack mit Melissas Freundeskreis. Bei einer solchen Handlung erwartet man Action, überraschende Wendungen, Spannung – alles, was einen, zumindest im Höhepunkt, förmlich in Atem hält. Stattdessen… Offenbar
schwirrten der Autorin beim Verfassen der ersten Fassung ihres Romans zu viele gute Absichten im Kopf herum: das Ideal der Gleichheit, der Wunsch, die Menschlichkeit der Figuren einzufangen… Alles sehr interessant, aber wäre es an diesem Punkt nicht sinnvoller gewesen, sich an einem historischen Roman zu versuchen, der im Zweiten Weltkrieg spielt, anstatt eine dystopische Zukunft zu entwerfen, die unserer eigenen erschreckend nahekommt? Die Grundidee ist gut, faszinierend, aber schlecht ausgearbeitet. Die Figuren sind flach, in ihren Gewohnheiten verhaftet und gefangen in ihren Ängsten und Qualen. Die einzige Ausnahme ist Virginia, aber sie spielt keine Hauptrolle. Melissa und Byron, der zweite Protagonist, sind die problematischsten und unglaubwürdigsten Figuren. Melissa dient lediglich dazu, der Geschichte einen Fokus zu geben, während Byron das genaue Gegenteil ist. Er ist eine Art Bad-Boy-Superman, einer dieser Charakter-Klischees, die heutzutage in amateurhaften Geschichten so beliebt sind. Er ist derjenige, der die Handlung vorantreibt; ohne ihn hätten die anderen Charaktere wohl keine andere Wahl, als fernab jeglicher Zivilisation zu verkümmern und auf den Tod zu warten. Das schwächt die Handlung erheblich, die inhaltlich ohnehin nicht gerade berauschend ist. Besonders kritisch ist dabei das Fehlen von Erklärungen für die einzelnen wissenschaftlichen Prozesse, die zu dieser extrem schnellen Veränderung des menschlichen Genoms geführt haben. Die Gründe für die Entwicklung der EVOs scheinen selbst der Autorin unbekannt zu sein, die zwar die Orte und Situationen detailliert beschreibt, aber nicht die zugrundeliegenden Motive. Weitere Logiklücken betreffen die verschiedenen Abschnitte, die die Schwärmereien der Charaktere schildern. Das romantische Element ist zwar vorhanden, wird aber nicht vertieft, und dennoch nimmt es einen zu großen Teil der Geschichte ein, was es mitunter langweilig und für die Handlung selbst wenig hilfreich macht.
Der Stil des Autors ist flüssig, leicht und nie übermäßig wortreich, obwohl das gesamte Werk einer gründlichen Überarbeitung bedürfte. Insbesondere sollte die vulgäre Sprache entfernt und diverse sich ständig wiederholende Phrasen gestrichen werden.
Schlaflosigkeit “ gehört daher zu jenen Romanen, die viel versprechen und letztendlich enttäuschen. Wir können nur auf eine Fortsetzung hoffen, in der all diese Handlungsstränge endlich aufgelöst und erklärt werden.

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