Als ob ich allein wäre
Marco Magini
Come fossi solo
Gelenke
Zusammenfassung
In Srebrenica war der Tod der einzige Weg, unschuldig zu bleiben. Marco Magini war während der schrecklichen Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien noch ein Junge und kannte sie nur aus den Nachrichten. Doch als er als Student auf Drazens Geschichte stieß, ließ sie ihn nicht mehr los. Die Geschichte erzählte von einem Zwanzigjährigen, der gezwungen war, einen Krieg zu führen, den sich eine andere Generation gewünscht hatte, und der vor Entscheidungen stand, deren Außergewöhnlichkeit die menschliche Seele schonungslos offenlegte, wie in einem antiken griechischen Drama. Die Nachstellung des Massakers und des anschließenden Prozesses vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien wird von drei abwechselnden Stimmen in einer gut abgestimmten Partitur erzählt. Die Stimme des spanischen Richters Romeo González erinnert an den Prozess und hebt die alles andere als ethischen und transparenten Gründe hervor, die zu einem Urteil führten. Im ewigen Kampf zwischen dem Gehorsam gegenüber brudermörderischen Gesetzen und dem Aufbegehren auf unverletzliche Menschenrechte entsteht nur ein armseliges und bürokratisches Bild der Rechtsausübung. Richter González wird von den Stimmen von Dirk, einem niederländischen Blauhelmsoldaten, der in Srebrenica stationiert war und als Vertreter des UN-Kontingents für die Nichtverhinderung des Massakers verantwortlich gemacht wurde, sowie von der Stimme des serbokroatischen Soldaten Drazen Erdemovic, dem eigentlichen Protagonisten der Geschichte, einem Freiwilligen in der serbischen Armee, der als Einziger gestand, an dem Massaker beteiligt gewesen zu sein, und als Einziger vor Gericht gestellt und verurteilt wurde, begleitet.
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