Gipskarton
Francesco Maino
Cartongesso
Einaudi
Zusammenfassung
Michele Tessari ist Anwalt, der gar kein Anwalt sein will, ein ehemaliger Bestatter, der an einer bipolaren Störung leidet und wie ein hysterisches, aber williges, ja sogar mitschuldiges Versuchskaninchen in seinem Leben gefangen ist. Ein „schwacher Komplize“ der Welt, in der er lebt. Der Niedergang seiner Heimat spiegelt sich im Verfall seiner Existenz wider, die von einem Hass befleckt ist, „der sich wie eine Infektion ausbreitet, von den Knöcheln bis zum Mund“, wo er sich in einen Schrei verwandelt. Und dieser Schrei richtet sich gegen die politische Klasse, die Gefängnisse, das Justizsystem, das Universitätssystem, bis hin zu den Einzelnen und sogar gegen den Erzähler selbst, der von eben jenem Übel durchdrungen ist, gegen das er wettert. Es ist ein Schrei, artikuliert in apokalyptischer Sprache, mit einer bedeutungsschweren, eindringlichen Gewalt. Es gibt keinen Trost auf diesen Seiten, keine Katharsis: nur Literatur. Und in der Literatur bedeutet „Mut“ vor allem, die Wahrheit zu sagen. Dies ist das Land der Dinge, die sterben. Nein. Dies ist das Land der Körper. Ein Land voller Körper. Körper, die tot aufwachen, tot das Haus verlassen, tot zurückkehren; Körper, die parken, aussteigen, spucken, Körper, die einander begrüßen, gähnen, ständig fluchen, Rechnungen bezahlen. Wandelnde Körper.
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