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Wir werden die Überlebenden trotzdem erschießen

Claudio Lagomarsini

Ai sopravvissuti spareremo ancora

Fazi

Zusammenfassung

Ein junger Mann ist gezwungen, in seine Heimatstadt zurückzukehren, um das Elternhaus zu verkaufen: eine schmerzhafte Rückkehr, ebenso wie die Entdeckung von fünf Notizbüchern, die sein älterer Bruder Marcello vor vielen Jahren geschrieben hat. Als er sie zum ersten Mal liest, erinnert sich der Junge, inzwischen ein Mann, an den Sommer 2002, als die beiden Brüder noch zusammen mit ihrer Mutter und deren Partner, genannt Wayne, lebten. Ihr Haus lag eingezwängt zwischen dem ihrer Großmutter mütterlicherseits und dem eines Mannes, der den Spitznamen „die Drossel“ trug. In den Notizbüchern erzählt Marcello von vielen Dingen dieses Sommers: den Abendessen im Freien, den heftigen Streitereien zwischen der Drossel und Wayne, der Liebesbeziehung zwischen ihrer Großmutter und der Drossel, dem konfliktreichen Verhältnis zwischen ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Unter den verschiedenen Episoden, die in den Tagebüchern festgehalten sind, wird eine ganz besonders diejenige sein, die die Kette von Ereignissen auslöst, die zu dem unerwarteten und dramatischen Epilog führen. Mit einem perfekt ausbalancierten Stil und einer Sprache, die elegante Formulierungen mit umgangssprachlichen Ausdrücken verbindet, gelingt es Claudio Lagomarsini, den Niedergang einer patriarchalischen, sexistischen und rückständigen Welt zu enthüllen und eine Gesellschaft einzufangen, die dem Untergang geweiht ist und doch so repräsentativ für unser Land ist. Zwischen Gartenabenden, Streitigkeiten über den Gemüsegarten und rückständigem Verhalten erzählt „Wir schießen wieder auf die Überlebenden“ vom Alltag einer kleinen, beschaulichen Provinzgemeinde und der Qual derer, die mit dieser Routine nicht mehr zurechtkommen. Die Bindung an die Grenzen des Privateigentums und die bedrückende Atmosphäre des Wohngebiets im Zentrum der Geschichte bilden den Kern dieses bemerkenswerten Debütromans, der die Notlage eines jungen Mannes schildert, der trotz seiner tiefen Sensibilität der Engstirnigkeit und Distanz seiner Familie hilflos ausgeliefert ist.

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