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Wie Blumen im Nachtfrost

Maria Segato

Come fiori nel gelo notturno

HarperCollins

Zusammenfassung

„Die Lehrerin sagte, wir müssten uns die letzte Metapher merken, die mit den Blumen. Dante sagt, er finde Mut, weil er weiß, dass er geliebt wird, dass die, die ihn lieben, ihn suchen, selbst wenn er verloren ist. Um das zu veranschaulichen, benutzt er das Bild der Blumen. Er sagt, dass sich die Blumen in der Kälte der Nacht neigen und schließen; erst wenn die Sonne sie erleuchtet, richten sie sich wieder auf. Die Lehrerin meinte: ‚Nur eine wärmende und erleuchtende Liebe erlaubt uns, nach der Kälte der Dunkelheit neu anzufangen.‘ Sie sagte, dass wir manchmal die Wünsche unseres Herzens nicht ausleben können. Und dass Liebe es möglich macht.“ Iris ist sechzehn, hat viele Probleme in der Schule und ist ständig rebellisch. Sie verlor ihre Mutter als Kind, lebt bei ihrem Vater und verbringt ihre Tage damit, in den Träumen und Fragen zu versinken, die jeder Teenager mit sich herumträgt. Ihr Schweigen beginnt zu brechen, dank Manfredi, einem Jungen, der gut in der Schule ist, Musik liebt und von seiner Familie vernachlässigt wird. Manfredi ist die Liebe, die Iris nicht leben kann, der Freund, der unermüdlich auf sie wartet, auf dem Hügel der Stille, einem Ort nur für sie beide, einem verborgenen Ort, wo sie den Himmel suchen können. Doch die Dinge verschlimmern sich, als Iris' Vater erkrankt; trotz der Liebe und der brennenden Sehnsucht der Jugend scheint nichts die Leere zu überwinden, die uns überwältigen kann. An einem Herbsttag begegnet Iris Chiara, einer jungen Italienisch-Aushilfslehrerin. In ihren Augen ist sie die übliche Lehrerin, voller Worte und leer an Fragen. Doch Chiara erkennt in Iris ein verborgenes Talent und den Spiegel eines vertrauten Schmerzes. Deshalb bricht sie ihr Schweigen und nutzt dieses Talent, um das Schuljahr und die Schönheit in Iris zu retten, die Schönheit, an die sie nicht mehr glaubt. Denn manchmal fällt das Schweigen der Seelen, wenn jemand ihm begegnet, lautlos wie Herbstlaub und lehrt uns, dass nur dort, wo Wunden und Erwartungen wohnen, die Suche nach dem eigenen Antlitz und dem, was es retten kann, entstehen kann. Dank Chiara wachsen Iris und Manfredi noch enger zusammen; sie unterhalten sich und versuchen gemeinsam die Schönheit der Stille, eines Verses von Dante, der Unendlichkeit zu entdecken, die im Sternenhimmel und in unseren Herzen liegt.

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