Private Chroniken
Valentina Parasecolo
Cronache private
Marsilio
Zusammenfassung
Dora Bois möchte Schneiderin werden. Giovanni Pitorsi ist Grabräuber. Beide sind jung, und die Maremma, wo sie leben, schwebt zwischen einer sterbenden bäuerlichen Welt und der fortschreitenden Moderne. Sie begegnen sich bei einer geheimen Ausgrabung, bei der sich Giovanni am Bein verletzt. Sie verlieben sich und lieben sich einige Wochen lang, dann trennen sie sich. Es ist der Beginn der 1960er-Jahre, und Giovanni erhält die Chance, an der Freude einer ganzen Nation teilzuhaben: Er bekommt eine Stelle als Fotograf für die Zeitschrift „Tempi moderni“. Sein verletztes Bein ist nicht mehr dasselbe, und das Springen in etruskische Gräber ist keine Option mehr. Dora, die nach einem Selbstmordversuch in einer psychiatrischen Klinik war, verlobt sich mit dem Psychiater Angelo Pent und zieht nach Ferso, einer Stadt an der Grenze zwischen Latium und Umbrien. Angelo und Dora integrieren sich in die kleine Gemeinde: Dora eröffnet eine Schneiderei, und Angelo wird zum Bürgermeister gewählt. Und in Ferso, Ende der 1960er Jahre, treffen Dora und Giovanni wieder aufeinander. Sergio Rambaldi, ein elfjähriger Junge, der auf mysteriöse Weise verschwunden war, wurde tot am Ufer des Sees gefunden. Es sind die Tage vor der Mondlandung, und während alle zum Himmel blicken wollen, zwingen sich Dora und Giovanni, den Blick auf die menschliche Realität zu richten – für sich selbst und für den Jungen, dessen Tod niemand kennt. Gemeinsam führen sie parallel zu den Ermittlungen der Polizei Untersuchungen durch und decken eine Verschwörung auf, die mit einer Vergangenheit zusammenhängt, die sie hinter sich gelassen glaubten. Doch die Spuren verstricken sich und mehren sich, und bald schwindet das Interesse der Presse, auch von Giovannis Zeitung, denn der Tod des Jungen ist mit politischen Fragen verknüpft, die niemand ans Licht bringen will.
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