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Meine Hexenfreunde

Silvia Bencivelli

Le mie amiche streghe

Einaudi

Zusammenfassung

Alice ist fast vierzig, trinkt keinen Kaffee, hat Angst vor Möwen, heilt Gastritis mit Bananen und erlaubt sich, mehr Fragen als Antworten über die Welt zu haben. Schwierige Dinge zu verstehen ist ihre Leidenschaft, und wenn sie sie einmal verstanden hat, besitzt sie die Gabe, sie anderen zu erklären. Offiziell ist sie Ärztin, eigentlich aber Wissenschaftsjournalistin, bisweilen unmöglich akribisch, liebt die Happy Hour und hat seit der Grundschule dieselben Freunde. Freunde, die sie für eine unerträgliche Nervensäge halten. Denn in letzter Zeit hat Alice ihnen zugehört und erkennt sie nicht wieder. Früher waren sie vernünftig und besonnen, jetzt glauben sie an Wundermittel, alternative Therapien, die magischen Vorzüge von Gurken und die schrecklichen Machenschaften von irgendwelchen multinationalen Konzernen. Aber vielleicht sind es ihre sturen Augen, die die unerschöpfliche Kraft der Irrationalität leugnen wollen. Alice verabscheut einfache Dinge, besonders wenn sie auch noch falsch sind. Sie ist Wissenschaftsjournalistin und daher gewohnt, die Welt zu hinterfragen und darüber zu berichten. Sogar ihre Freunde, die sie stundenlang mit ihren skurrilen Geschichten über Wissenschaftler unterhält. Doch plötzlich sind ihre Freunde alle zu Hexen geworden. Das heißt, sie sind immer noch dieselben wie zuvor, nur eben unverständlich. Sie glauben an Zaubertränke, Astralebenen, Verschwörungen und inoffizielle Heilmittel. Valeria zum Beispiel hofft, den in Beckenendlage liegenden Fötus, den sie erwartet, durch Purzelbäume im Wasser zu drehen. Sie will einen Kaiserschnitt um jeden Preis vermeiden, weil sie online gelesen hat, dass das nicht der beste Start für eine Beziehung zu ihrem Kind sei. Und dabei hatte Alices Großmutter zu ihrer Zeit eine natürliche Geburt in Beckenendlage, nur mit Hilfe einer Flasche Brandy, und siebzig Jahre später ist sie sich überhaupt nicht mehr sicher, ob das ein guter Anfang war. Und dann ist da noch Lucia, die von gesunder Ernährung und Bioprodukten besessen ist. Und da ist Arianna, eine Anästhesistin, die entdeckt, dass sie eine Verfechterin der Homöopathie ist. Und dann ist da noch diejenige, die ihre Kinder nicht impfen lässt, diejenige, die jeder neuen Trenddiät folgt, diejenige, die ihre Zukunft in Horoskopen liest. Alice wird wütend, versucht, mit ihr zu reden, und doziert manchmal, weil auch sie eine einfache Wahrheit nicht zu erkennen scheint: dass uns unsere Gefühle täuschen können. Ein brillanter und origineller Debütroman über unseren Aberglauben, aber vor allem über unsere Zerbrechlichkeit, der den Mut hat, viel diskutierte Themen ironisch anzugehen und uns mit der unwiderstehlichen Stimme seiner Autorin fesselt.

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