Grausam ist die Nacht
Giovanni Jonvalli, Mirco Filistrucchi
Crudele è la notte
SEM
Zusammenfassung
Madrid, Sommer 1962. Während Spanien unter der eisernen Faust von General Francisco Franco erstickt, werden die mysteriösen Todesfälle mehrerer Kinder eilig zu den Akten gelegt. Inspektor Florentino Abedes ist von der offiziellen Version nicht überzeugt: Für ihn ist der Täter ein schwer fassbarer Kindermörder. Als Mann der Rechten, aber mit unumstößlichen Werten, glaubt Abedes an eine Gerechtigkeitsvorstellung, die oft im Widerspruch zum von den Regimebeamten durchgesetzten Recht steht. Daher bezieht er Camilo Blanco, einen wegen seiner liberalen Ansichten verfolgten Philologieprofessor, der an einer seltenen Form von Narkolepsie leidet, umgehend in die Ermittlungen ein. Camilo ist der „Mann der Träume“, der Träume deuten und in seinem Unterbewusstsein nach Hinweisen suchen kann. Es ist gerade die Gabe des Professors, gepaart mit Florentinos Hartnäckigkeit, die zur Lösung eines Rätsels führt, das mit unerklärlichen Marienerscheinungen in den entlegenen Provinzen verknüpft ist, über denen noch immer die Erinnerung an Francos Alzamiento und die Gewalt des Bürgerkriegs schwebt. Zwischen Frauen von geheimnisvoller Anmut, im melancholischen Abgrund eines rebellischen Landes, das nun wieder unter Kontrolle ist, stellen sich die beiden Ermittler den Geistern der Vergangenheit, um neu zu leben. „Grausam ist die Nacht“ erzählt von den dunkelsten Stunden, von der finsteren Seele Europas, von jenem Albtraum, der sich von einer Münchner Bierhalle im Jahr 1923 bis ins Griechenland der Obristen erstreckt. Es erzählt von den Diktaturen von gestern und aller Zeiten.
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