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Ein wenig Dunkelheit

Massimo Coppola

Un piccolo buio

Bompiani

Zusammenfassung

Mailand, 1936. Ein junger Regisseur filmt die Einweihungszeremonie des Palazzo Vittoria, doch schon bald gerät er in den Bann eines schönen, unruhigen Mädchens. Mit ihr erkundet er die noch unberührten Gemächer und entdeckt einen Blutfleck auf dem Mosaik nahe der Aufzüge. Die Struktur dieses Romans ist einfach: 1936 ist nur das erste Bild, der erste Abschnitt des Lebens im Palazzo Vittoria. Einmal pro Jahrzehnt, vom Wirtschaftsboom bis zum Heroin, von den 2000er-Jahren bis in die nahe Zukunft, richtet der Erzähler seinen Blick auf jene Räume, in denen sich die Wege neuer Protagonisten kreuzen. Michele, Leda, Carlo, Chiara, Luca, Marco, Vittoria: Wir sehen sie jung, dann reif und schließlich alt; Kinder werden geboren, die ihnen als Kinder ähneln; hundert Jahre imaginärer Leben verflechten und entwirren sich. Ein Spiel aus Erinnerungen, Spiegeln und Projektionen beginnt und verwandelt den Palazzo Vittoria – einen Ort realer denn je – in eine traumhafte und aufschlussreiche Kulisse. Massimo Coppola entwirft ein vielschichtiges Werk, experimentiert mit sprachlichen Registern und Erzählperspektiven, verwebt historische Fiktion mit italienischer Komödie und schildert die Angst vor dem Leben, die unsere Zeit durchdringt: eine „kleine Dunkelheit“, verborgen in jedem Herzen, die stets im Begriff ist, sich auszubreiten und alles zu verschlingen, wie ein sich verdunkelnder Schleier. Vor allem aber verleiht dieser Roman einem zentralen Ort des modernen Lebens, dem Wohnhaus, Charakter, das zum Schauplatz einer möglichen „Nékyia“ wird, jenes alten Ritus, mit dem die Geister der Toten auf die Erde zurückgeholt werden: Jeder von ihnen bietet uns sein Fragment des öffentlichen Lebens und des privaten Schicksals an, zwingt uns, Bilanz des Jahrhunderts zu ziehen, aus dem wir stammen, und lässt Raum für eine Zukunft, in der vielleicht noch etwas Neues entstehen kann.

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