Die Vivaldi-Affäre
Federico Maria Sardelli
L’affare Vivaldi
Sellerio
Zusammenfassung
„Die Geschichte der Wiederentdeckung von Vivaldis Manuskripten hat sich tatsächlich so zugetragen. Anders als in dem Satz, den Romanautoren üblicherweise ans Ende ihrer Werke setzen, muss ich Ihnen versichern, dass die erzählten Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben und ich nur in wenigen Fällen etwas erfinden musste. Die Verkettung der Ereignisse, so bizarr sie auch erscheinen mag, ist der Geschichte geschuldet.“ Dass wir Vivaldi heute, über die „Vier Jahreszeiten“ hinaus, so gut kennen, verdanken wir den vergessenen Wechselfällen – absurd, unglaublich, komisch, manchmal spannend, so komplex wie ein dramatisches und possenhaftes Theaterstück –, die dieser historische Roman enthüllt. Der Rote Priester, nach einem erfolgreichen Leben aus der Mode gekommen, starb in Armut und hoch verschuldet. Die Manuskripte mit seiner unveröffentlichten Musik, gesammelt in Hunderten von Autographen, gingen zwischen Bibliophilen und in Vermächtnissen von Hand zu Hand und verschwanden fast zwei Jahrhunderte lang. Sie kamen auf beschwerlichen und undurchsichtigen Wegen wieder an die Oberfläche, dank der Gier eines Salesianerbischofs und der klugen Intuition zweier leidenschaftlicher Gelehrter, Gentili und Torri – Musikwissenschaftler an der Universität Turin, Direktor der Nationalbibliothek der Stadt. Doch von diesem Moment an erlitten die Autographen des venezianischen Musikers weiteres Unglück. Diesmal waren sie der Gleichgültigkeit des Staates, der hasserfüllten antisemitischen Idiotie des faschistischen Regimes und dem Opportunismus und der Undankbarkeit von Italiens neuen Herren geschuldet.
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