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Die Hyperboreer

Peter Castellitto

Gli iperborei

Bompiani

Zusammenfassung

Sie waren der Löwe, der Wal und das Reh, die Protagonisten eines Theaterstücks zum Schuljahresende, in dem das Känguru verschwunden war und seine Freunde es suchen mussten. Jetzt sind sie fast dreißig und schwelgen in einem goldenen Leben: Sie essen rohen Fisch und Patanegra, trinken edle Weine, rauchen ätherische Öle, nehmen Drogen wie einst Süßigkeiten, segeln, feiern, widmen sich den Künsten und versuchen sich in der Politik. Sie haben durchtrainierte Körper und teure Kleidung, sie sind die Kinder renommierter Chefärzte und Journalisten, von Milliardären mit soliden Vermögen, alten wie neuen, zweifelhaften, aber sie sind auch die Erben jener Rebellen, die glorreiche wie verzweifelte Epochen der Geschichte prägten: jene, die, im Frieden prosperierend, den Krieg heraufbeschworen, die, ihre Eltern liebend, deren Heuchelei ertrugen, deren Widersprüche aufdeckten und von der Vernichtung träumten. Poldo Biancheri, „Ciccio“ Tapia, Guenda Pech, Stella Marraffa, Aldo: Sie haben alles, fühlen sich aber gefangen, und dieser Sommer gehört ihnen, der Sommer, in dem sie aus dem Kreislauf ausbrechen wollen. Poldo erzählt von ihrer Begeisterung, von ihrer Herausforderung: Er berichtet, als hätte er alles aus der Ferne beobachtet, hält alles fest, ohne die Sehnsucht nach einer noch nahen Kindheit zu verbergen, den Zorn auf Väter, die alles nahmen und nur Krümel hinterließen, die Zärtlichkeit für Geschwister und Gleichaltrige, die einander aus Protest oder aus Liebe verletzen können. Poldo hat den Antichristen mit aufs Boot gebracht, in dem Nietzsche über sie zu sprechen scheint: „Sehen wir uns ins Gesicht: Wir sind Hyperboreer … Wir haben den Weg aus Jahrtausenden Labyrinth gefunden. Jenseits des Nordens, jenseits von Eis und Tod: unser Leben, unser Glück …“ Pietro Castellittos Erzähldebüt ist so überraschend wie das Kunstwerk, das seine Protagonisten in einen Teich werfen, schmerzhaft wie die Stimme eines leidenden Kindes und doch fähig zu Momenten der Verzauberung, wie die Augen eines Rehs, die in der Dämmerung leuchten.

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