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Atlético droht Fußballverein

Marco Marsullo

Atletico minaccia football club

Einaudi

Zusammenfassung

„Im Fußball zählt nur der Sieger. Aber manchmal zählt auch der Verlierer.“

Schon beim Wort „Komödie“ denken viele an eine einfache Gleichung: Ungewöhnliche Situationen plus skurrile Charaktere ergeben herzhaftes Lachen. Beim Lesen des Buches „Atletico Minaccia Football Club“ wird diese Assoziation zwar wieder wachgerufen, aber gleich darauf von der eigentlichen Geschichte des Romans überlagert. Wir lernen Giovanni „Vanni“ Cascione kennen, einen fußballbegeisterten Trainer aus Mondragone, einem sonnigen Städtchen in Kampanien. Nach einer zufälligen Begegnung wird der Protagonist von Lucio Magia, dem Sportdirektor des neu gegründeten Fußballvereins Atletico Minaccia, kontaktiert, den Vanni später trainieren wird. Der Trainer ist sich jedoch noch nicht sicher, was ihn erwartet.
Die Handlung entwickelt sich zwar stetig, wird aber leider nicht ausreichend ausgearbeitet. Als Komödie erwartet der Leser mehr oder weniger übertriebene Situationen, doch während des gesamten Buches passiert nichts: Die Spielberichte ähneln eher einem Sportzeitungsartikel, mit einigen komischen Elementen gespickt, aber dennoch leblos.
Man könnte sogar sagen, dass die Erwartungen an die Charaktere enttäuscht werden: Die Spieler sind charakterlos, obwohl jeder von ihnen mitunter urkomische Eigenschaften besitzt, die ungenutzt bleiben, und einige scheinen nur hinzugefügt worden zu sein, um die Anzahl der Figuren zu erhöhen.
Vanni selbst, dem die Verantwortung für den „epischen“ Aspekt des Romans obliegt, scheitert kläglich; der Trainer ist ein klassischer Idiot, der sich in seinem eigenen Ego verliert und sich in den Augen des Lesers lächerlich macht.
Den endgültigen Tiefpunkt dieser wackeligen Geschichte markiert das Ende, sodass es als lahm und unschlüssig zu bezeichnen, fast eine Untertreibung ist. Verstärkt wird dies durch den Auftritt der Camorra, der eigentlich die Gelegenheit bieten sollte, die übliche Anti-Mafia-Moral zu bekräftigen, stattdessen aber die Geschichte erstickt.
Die Sprache des Romans ist flüssig, abgesehen von den dialektalen Passagen, die für manche Leser schwer verständlich sein mögen, und er ist für jeden lesbar, selbst für diejenigen, die nicht einmal wissen, was Fußball ist.
Wer einen freien Nachmittag hat, kann dies vielleicht lesen, sollte sich aber bewusst sein, dass es einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen wird.

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