Amerikanische Gothic
Arianna Farinelli
Gotico americano
Bompiani
Zusammenfassung
Es ist Wahlnacht. Bruna, Politikwissenschaftsprofessorin an einem New Yorker College, war im Fernsehen, um die Ergebnisse zu kommentieren. Doch die Qual, die sie nach ihrer Heimkehr empfindet, rührt nicht vom Sieg des republikanischen Kandidaten her, sondern von dem Geheimnis, das sie ihrem Mann Tom beichten muss. Lange Schatten lasten seit jeher auf ihrer Ehe: der Schatten von Toms Eltern, angesehenen, radikal konservativen italienischstämmigen Amerikanern; der Schatten ihres gequälten Sohnes Mario, der schon früh Unbehagen mit seinem männlichen Körper zeigt; der Schatten der fremden Nummer, die Bruna von der US-Bürokratie zugewiesen wurde. Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Familie, ihrer Geheimnisse und der Herausforderungen, denen sie sich stellen muss, ist aber auch ein Appell an uns alle. Yunus, der junge afroamerikanische Student, mit dem Bruna eine Beziehung begonnen hat, hinterlässt ihr eine Autobiografie, die die Heuchelei westlicher Demokratien anprangert – ein Roman im Roman und zugleich ein Liebesbrief. Jeder der Protagonisten geht seinen Weg allein, in einer Dunkelheit, die heller ist als die Lichter Manhattans, auf der beharrlichen Suche nach der eigenen Identität. Arianna Farinelli nutzt Diversität – ethnische, kulturelle, religiöse und geschlechtliche – als Linse, durch die sie die Welt, in der wir leben, betrachtet. Und durch Yunus’ Stimme hält sie Grant Woods Gemälde „American Gothic“ wie einen Spiegel vor: „Weiße Gesichter verängstigter alter Männer, die glauben, die Welt mit einer Mistgabel zu beschützen, doch ihre Welt existiert nicht mehr.“ Es ist die Stimme derer, die alles verloren haben außer der Hoffnung, dass Worte Brücken in eine Zukunft der Gleichheit und Freiheit bauen können.
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