Alles ist normal
Gaia Spizzichino
Tutto nella norma
Garzanti
Zusammenfassung
Jeden Abend schlägt Martina ihr Notizbuch auf und entscheidet, ob sie ein Kästchen ausmalt, je nachdem, wie ihr Tag verlaufen ist. Lässt sie es leer, war es ein guter Tag; ist es schwarz, das Gegenteil. Es gibt kein Dazwischen. So ist sie eben. Im Moment ist die Bilanz eher negativ: Sie ist 34 und hat einen unbefriedigenden Job, kann keine Kinder bekommen und ihr Partner will weder heiraten noch ein Haus kaufen. Martina weiß, dass Häuser nicht nur Wände sind, sondern Momentaufnahmen verschiedener Lebensabschnitte. Da ist das Elternhaus, das uns Schutz bietet; das Zuhause, in dem wir zum ersten Mal allein oder in einer Wohngemeinschaft lebten, gleichbedeutend mit Freiheit und Ungewissheit. Und dann ist da das endgültige Zuhause, für das wir einen Kredit aufnehmen, der uns den Rest unseres Lebens begleiten wird. Es ist ein großer Schritt: Es bedeutet, wirklich erwachsen zu werden und aus dem Niemandsland des „Halb-Erwachsenseins“ herauszutreten. Martina wünscht sich, sie wäre nicht mehr so, aber stattdessen fühlt sie sich immer noch sehr so. Als ihre Eltern das Haus, in dem sie aufgewachsen ist, zum Verkauf anbieten und eine Einladung zur Hochzeit einer alten Freundin die Tür zu ihrer Vergangenheit wieder öffnet, sieht Martina all ihre Gewissheiten zerbröckeln. Plötzlich, jenseits von Schwarz und Weiß, erstrahlt die ganze Farbenpracht des Regenbogens, und was einst so wichtig schien, verliert seine Bedeutung. Martina erkennt, dass wir mit zunehmendem Alter vorsichtiger werden, Fehler machen, uns vom Horizont entfernen und ihn manchmal sogar ganz verändern. Deshalb ist es wichtig, den Weg zu genießen, anstatt sich nur auf das Ziel zu konzentrieren, sich zu Hause zu fühlen, anstatt sich nur ein Haus auszusuchen.
Partner
in Zusammenarbeit mit
mit Unterstützung von