Allen geht es gut, nur mir nicht
Luisa Brancaccio
Stanno tutti bene tranne me
Einaudi
Zusammenfassung
In diesem Roman kreuzen sich verschiedene Geschichten: Nachbarn, Haustiere, ein Psychoanalytiker, eine Putzfrau, Teppiche, Bücherregale und die ganze Ruhe des bürgerlichen Lebens. Eine Ruhe, die fast wie eine Droge wirkt, betäubend und süchtig machend. Nehmen wir Margherita. Als sie heiratete, schien ihr Mann der perfekte Mann zu sein, stark und erfolgreich. Erst jetzt erkennt sie ihr Scheitern, das Leben mit einem Fremden, lieblos und unfähig zu Empathie, ja grausam. Dann kommt eine erschütternde Wendung, nicht nur für den Leser, sondern auch für sie selbst. Und ihr Leben zerbricht. Das Scheitern wird greifbar, biologisch. Die bürgerliche Familie wird zu einem Monster, das sie mit ihren Mechanismen erschreckender Normalität gefangen hält. Doch Margherita wird das Warnsignal sein, der Mund, der schreit, der Finger, der zeigt. Sie wird in die Normalität eintauchen, wie man in die Erde gräbt, sich die Hände schmutzig machen. Und sie wird entdecken, dass das Monster real ist, aus Fleisch und Blut, und die Familie nur sein Bau. Und was ist mit den anderen? Wie sieht das Leben der anderen aus? Margherita betrachtet ihre Nachbarn, deren Neugeborenes gerade gestorben ist, und fragt sich, wie sie so viel Schmerz ertragen können. Doch dieses Buch handelt von der Überwindung von Trauer. Es fängt die Protagonisten im Moment der Entscheidung ein: still am Rande des Abgrunds zu verharren und über die Katastrophe nachzudenken oder vorwärtszugehen. Es ist keine rationale Entscheidung; vielmehr ist es ein Lebensdrang, der allen Tieren, Pflanzen und Organismen innewohnt.
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